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„Den einzelnen Spieler in den Mittelpunkt stellen“

This is GOKIXX · 3. Mai 2021

Am Freitag, 23. April gab der DFB bekannt, dass die Saison in den Junioren-Bundesligen aufgrund der Beschränkungen in Folge der Corona-Pandemie endgültig abgebrochen werden. Wir haben mit Matthias Sammer, unserem Head of Sports Strategy bei GOKIXX, über diese Entscheidung und ihre Auswirkungen auf die Nachwuchstalente gesprochen.

GOKIXX: Herr Sammer, die Junioren-Bundesligen wurden von Seiten des DFB nun endgültig abgebrochen. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?

Matthias Sammer: Wir erleben aktuell eine Zeit, in der wir nicht so agieren können, wie wir es möchten. Der Abbruch war leider zu erwarten und folgerichtig. Jetzt haben wir Klarheit und sollten nach vorne schauen.

GOKIXX: Für die Spieler ist es allerdings eine Enttäuschung.

Matthias Sammer: Es ist ein harter Einschnitt. Denn der Wettkampf ist das zentrale Element des Spiels. Ich glaube, dass der Sinn des Spiels in Sieg und Niederlage definiert ist. Es geht um Erfolg und Misserfolg. Nicht nur der Erfolg ist wichtig, sondern besonders die Niederlagen. Die Reflektion nach Misserfolg zeigt, was gefehlt hat, um als Sieger vom Platz zu gehen. Diese Erfahrungen sind wichtig, um ein Champion zu werden. Daher kann kein Training jemals ein Spiel ersetzen.

GOKIXX: Gerade für den älteren U19-Jahrgang ist es ein herber Rückschlag. Sie konnten sich nicht präsentieren, nicht empfehlen für den Herrenbereich.

Matthias Sammer: Natürlich sind Spieler durch die aktuellen Gegebenheiten in der Wahrnehmung etwas unter dem Radar gelaufen. Doch diese Situation haben zuvor auch schon Talente erlebt, die zum Beispiel im letzten Juniorenjahr auf Grund einer schweren Verletzung ausgefallen sind. Auch dort haben Talente ein Jahr verloren, was aber nicht bedeutet hat, dass die Karriere beendet war, bevor sie richtig angefangen hat.

GOKIXX: Was empfehlen Sie den jungen Spielern?

Matthias Sammer: Wir müssen nach vorne schauen und nach Lösungen suchen. Das ist auch unser GOKIXX-Ansatz und diese Einstellung geben wir über die Plattform an die Spieler weiter. Jeder Spieler sollte diese Zeit nutzen, um ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln und dabei auch den Mut haben, seine Schwächen zu benennen. Aus dieser Selbstreflektion heraus kann man Muster und Wege erarbeiten, die einem guttun. Wenn man das dann konsequent umsetzt, dann ist es grandios. Es werden die schaffen, die auch in dieser Situation individuelle Wege gefunden haben. Ich glaube, dass insbesondere im Nachwuchsbereich darauf geachtet werden sollte, den einzelnen Spieler in den Mittelpunkt zu stellen, ohne den mannschaftlichen Gedanken zu unterdrücken. Dafür ist jetzt eine gute Zeit.