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Entwicklungspotenzial, Mentalität & Co. – so überzeugt Ihr die Scouts

This is GOKIXX · 20. November 2020

Scouting ist im Fußball ein wichtiges Thema. Bereits in jungen Jahren steht Ihr unter Beobachtung. Doch worauf kommt es an und wie könnt Ihr einen bestmöglichen Eindruck hinterlassen? Dazu schreibt in dieser Ausgabe von #GOKIXXmeint aus unserem Team heute Benny Webb, Head of Academy Development bei GOKIXX.

Im professionellen Fußball ist Scouting (die Sichtung und Beurteilung von Spielern) ein langfristig angelegter Prozess. Manchmal werden Spieler über Jahre gescoutet, um ihre Entwicklung zu verfolgen und den richtigen Moment für eine Verpflichtung abzupassen. Um einen kompletten Eindruck von Euch zu bekommen, benutzen Scouts einige Tools, die wir Euch im Verlauf der Themenwoche bereits vorgestellt haben. Am Ende entscheidet aber auch die Erfahrung und die Fantasie eines Scouts darüber, wie er einen Spieler einschätzt und ob er dem Spieler zutraut in einer neuen Mannschaft den Unterschied zu machen.

Auf dem Sprung zu den Profis

Wenn sich Scouts aus dem Profibereich Jugendspiele anschauen (z.B. U19 Bundesliga oder Youth League), müssen sie beurteilen, ob und wie sich ein Spieler im Seniorenbereich durchsetzen könnte. Natürlich spielen dabei die Individualtaktik, eine ausgefeilte Technik (#Beidfüßigkeit!) und gutes Zweikampfverhalten eine Rolle. Aber beim Übergang vom Juniorenfußball zum Männerfußball achten Scouts auch speziell auf die Physis des Spielers.

Wie ist sein Tempo?

Wie ist seine Dynamik?

Was verrät seine Figur über seine Trainingsdisziplin und seine Stabilität in intensiven Zweikämpfen?

In diesem Zusammenhang beurteilt ein Scout (wenn möglich) auch die physische Entwicklung im letzten Jahr und muss einschätzen, wie viel Entwicklungspotenzial in dem Spieler steckt, wenn er zukünftig unter Profibedingungen trainiert. Auch wenn Ihr in der aktuellen Corona-Pause nicht die Möglichkeit habt, Euch auf dem Feld zu zeigen, könnt Ihr die Zeit nutzen und an Eurer Physis arbeiten. Nationalspieler Leon Goretzka hat es in der Corona-Pause der Bundesliga vorgemacht und ordentlich Muskelmasse aufgebaut.

Jeder Spieler braucht eine „Waffe“

Wenn Ihr eine besondere Stärke habt, trainiert diese Stärke und versucht diese Stärke zu einer echten Waffe für Euer Spiel und Euer Team auszubauen. Denn genau nach diesen „Waffen“ suchen Scouts.

Was zeichnet einen Spieler besonders aus?

Was macht er besser, als (fast) jeder andere Spieler?

Mit welcher Waffe kann ein Spieler vielleicht auch ein knappes Spiel entscheiden?

Mentalität schlägt reines Talent

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einstellung und die Mentalität eines Spielers. Ein guter Scout wird sich auch das Warmup vor dem Spiel und in der Halbzeit anschauen. Wenn ihr euch vor dem Spiel nicht konzentriert warm macht, oder in der Halbzeit nur Lattenschießen übt und die nötige Spannung vermissen lasst, wird der Scout auch Euer Spiel eher kritisch verfolgen.

Wenn es um die Mentalität und die Spielintelligenz eines Spielers geht, beschäftigen sich Scouts mit diesen Fragen:

Wie verhält sich ein Spieler bei Rückständen oder Fehlentscheidungen des Schiedsrichters? Wie geht er mit Druck um?

Wie geht er mit Mitspielern um, die Fehler machen?

Lässt er sich von einem Fehlpass oder verschossenen Elfmeter komplett aus der Fassung bringen, oder schafft er es sich wieder zu konzentrieren und vielleicht die entscheidende Aktion zu bringen?

Wie ist seine Handlungsschnelligkeit und seine Übersicht?

Erkennt er Spielsituationen früher als andere Spieler?

Letztendlich wird es nicht eine einzige spektakuläre Aktion sein, mit der Ihr auffallt. Vielmehr wird es eine konstante positive Entwicklung in den genannten Bereichen sein, mit der Ihr das Interesse der Scouts wecken könnt. Wenn ein Scout Euch häufig gesehen hat und das Gefühl hat, dass Ihr in der Vergangenheit eine starke Entwicklung genommen habt, dann wird er euch auch weitere Entwicklungsschritte zutrauen und Euch in seinem Bericht mit einer positiven Bewertung vermerken. Gerade jetzt in der Corona-Zeit könnt Ihr die Zeit nutzen und individuell „Schwächen schwächen und Stärken stärken“.


Benny Webb ist als „Head of Academy Development“ ein wichtiger sportfachlicher Experte bei GOKIXX. Dank seiner langjährigen Erfahrung als Spielanalyst für den DFB sowie den 1. FC Köln und seiner Tätigkeit als Jugendtrainer in den USA weiß Benny genau, worauf zu achten ist, wenn aus Nachwuchskräften Profis werden sollen.

Bildquelle: imago images/Nordphoto