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„Ich möchte die Spieler inspirieren“

GOKIXX · 11. Juni 2019

Matthias Sammer ist seit Herbst 2018 als Head of Sports Strategy bei GOKIXX tätig. Im Interview spricht der Fußball-Europameister und frühere DFB-Sportdirektor über den Mehrwert von GOKIXX als unabhängige Plattform sowie über seine Rolle als Zuhörer und Ratgeber im persönlichen Austausch mit Team und Talenten.

GOKIXX: Herr Sammer, seit Herbst letzten Jahres sind Sie nun Head of Sports Strategy bei GOKIXX. Die berühmten ersten 100 Tage sind also bereits vorbei. Sehen Sie Ihren ersten Eindruck von GOKIXX bestätigt?

Matthias Sammer: Absolut. Durch die vielen Gespräche und Termine mit Spielern und auch dem GOKIXX-Team, ist noch deutlicher geworden, welche Relevanz GOKIXX für die jungen Talente hat. Und das für jeden Spieler ganz individuell.

„Jeder muss begreifen, dass es im Nachwuchsbereich zuerst um das Individuum geht.“

GOKIXX: Individualität ist ein wichtiges Thema für Sie.

Matthias Sammer: Individualität betrifft ja den Nachwuchsbereich in Deutschland generell. Der deutsche Fußball ist Dank der Nachwuchsleistungszentren der Vereine strukturell gut aufgestellt – aber inhaltlich müssen wir uns wieder weiterentwickeln. Gerade Themen der Individualisierung, der Persönlichkeitsentwicklung, der Mentalität müssen wir angehen.

GOKIXX: Wie genau meinen Sie das?

Matthias Sammer: Jeder muss begreifen, dass es im Nachwuchsbereich zuerst um das Individuum geht. Aus den einzelnen Individuen wird dann eine Mannschaft geformt – nicht anders herum. Die Qualität der Unterschiede, auch der Charaktere von Führungsspielern, Teamspielern und Individualisten macht letztlich eine Mannschaft aus.

GOKIXX: Wie fügt sich GOKIXX in diesen Kontext ein?

Matthias Sammer: GOKIXX bietet hier eine Ergänzung zur Arbeit der Trainer und Vereine, aus Sicht des einzelnen Spielers, des Individuums. In meiner Arbeit für GOKIXX habe ich erlebt, wie GOKIXX für die Spieler eine neutrale Instanz ist, der sie vertrauen und wo sie in maximaler Offenheit einen Ansprechpartner finden, der ihre Fragen individuell, aber eben ohne Vorurteile beantwortet – im sportlichen Bereich wie im psychologischen, bei körperlichen Problemen oder auch bei Konflikten mit den Trainern oder auch den Eltern. Die Tiefe des Austauschs zwischen Junioren-Spielern und der Plattform, gerade auch digital, hat mich überrascht.

Video-Ausschnitt aus dem SID-Interview mit Matthias Sammer
Bild- & Videoquelle: SID

GOKIXX: Und wie definieren Sie selbst Ihre Rolle?

Matthias Sammer: Natürlich kann und möchte ich grundsätzlich auch ein Türöffner sein, weil ich diese Aufgabe voller Überzeugung übernommen habe und das Prinzip lebe. Auf all meinen jüngsten Stationen, egal ob bei Borussia Dortmund, beim DFB oder beim FC Bayern war das Thema Nachwuchs immer ein absolut zentrales Element. Deshalb ist GOKIXX auch für mich eine Chance. GOKIXX gibt mir die Möglichkeit, Nachwuchsförderung außerhalb eines starren Korsetts zu betreiben. Für mich geht es vor allem inhaltlich darum, mich einzubringen, mit meiner Erfahrung zur Seite zu stehen, darauf zu achten, wie ich den Ansatz von GOKIXX, dieses System stärken und bereichern kann. Und hoffentlich kann ich das eine oder andere Talent inspirieren.

„GOKIXX gibt mir die Möglichkeit, Nachwuchsförderung außerhalb eines starren Korsetts zu betreiben.“

GOKIXX: Wie konkret passiert das?

Matthias Sammer: Natürlich tausche ich mich auch direkt mit den talentierten Nachwuchsspielern aus, die sich über die App auf gemeinsame Aktionen wie die Meet-Sammer-Challenge bewerben oder die in der GOKIXX Academy organisiert sind. Diese direkte Kommunikation, dieses Zuhören, ist extrem bereichernd. Für beide Seiten – und letztlich dann für alle GOKIXX-Nutzer. Wenn die Jungs in den Gesprächen kommen mit ihren Fragen, mit ihrem Wunsch nach Tipps, dann lernen wir daraus für das gesamte System und können unsere Angebote damit fachlich noch weiter stärken. Die inhaltlichen Themenblöcke bei GOKIXX sind ja auf Basis des Feedbacks der Spieler entstanden und durch die Rückkoppelung mit mir und meiner Erfahrung sind wir gerade dabei, auch zusammen mit Prof. Karsten Schumann, da jetzt noch eine Ebene tiefer zu gehen. Das Schöne an der Kombination aus digital und real ist, dass wir auch sehr viel lernen. Was interessiert die Spieler besonders? Was bewegt sie nachhaltig? Und dann können wir darum auch die Formate machen für die gesamte Community, wie jetzt bald das Format #fragSammer. So hat dann hoffentlich jeder Nutzer etwas davon, dass ich meine ganz individuelle Sicht und Erfahrung einbringe.

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GOKIXX: Können Sie unseren Nutzern denn an dieser Stelle verraten, wie das Academy-Prinzip bei GOKIXX funktioniert?

Matthias Sammer: In der Academy werden verschiedene inhaltliche Angebote zur fußballerischen und persönlichen Entwicklung angeboten. Aus der individuellen Analyse kann für jeden Einzelnen eine konkrete Perspektive zur Verbesserung aufgezeigt werden. Diese dann zu erarbeiten und jedem Spieler aufzuzeigen ist eine wahnsinnig anspruchsvolle und zugleich ungemein reizvolle Aufgabe. Und auch für mich sehr spannend, weil ich selbst aus der Arbeit mit GOKIXX und den Spielern noch immer dazu lerne.

GOKIXX: Sie sind mehrmaliger Deutscher Meister, waren Europameister und Champions-League-Sieger. Was bitte schön können Sie von unseren Talenten noch lernen?

Matthias Sammer: Wir leben heute einfach in einer anderen Zeit. Die Jugendlichen haben grundsätzlich noch genauso viel oder genauso wenig Blödsinn im Kopf wie wir damals. Aber sie sind anders sozialisiert, da spielen ganz andere Themen eine Rolle, insbesondere die Kommunikation hat sich verschoben. Genau deshalb ist GOKIXX ja so interessant für die Spieler, aber auch für mich. Du holst die Talente dort ab, wo sie sind, stellst dich nicht einfach hin und erzählst, dass früher als anders und vor allem besser war. Das ist ja auch Quatsch. Du kommunizierst auf Augenhöhe, hörst, was sie wirklich beschäftigt – und versuchst zu helfen.

GOKIXX-Ticker Begeistert von der Idee - Sammers Engagement bei GOKIXX

Bildquelle: imago

GOKIXX: Können Sie uns da ein Beispiel geben?

Matthias Sammer: Eines der häufigen Themen ist Mentalität. Die Frage, wie man sie lernen, sich diese aneignen kann. In aller Bescheidenheit: Dazu kann ich, glaube ich, eine Menge beitragen. Und es ist ja auch eine Botschaft an den Fußball insgesamt: Das Sieger-Gen, diese Mentalität, die darf bei aller Technik, bei aller Taktik, nie verloren gehen. Zuletzt kam ein U17-Spieler eines Bundesligisten zu mir und fragte mich, wie er es machen soll: Bei einem Gegentor kurz vor Schluss, das zum Rückstand führt, ginge der Kopf immer runter. Ich habe ihm von Ottmar Hitzfeld erzählt, der ein großes Vorbild war, der uns vermittelt hat: Ihr könnt in dieser Situation nicht nur Unentschieden spielen, ihr könnt noch gewinnen. Aufgeben ist keine Option. Also nicht einfach das Schlimmste verhindern wollen, sondern das Maximum anstreben. Auch wenn ich es dann am Ende vielleicht nicht schaffe: Es implementiert sich etwas, ich akzeptiere das nicht und ich kämpfe bis zum Schlusspfiff. Zu erkennen, dass ich in diesen Minuten bis zum Schlusspfiff – unabhängig vom Ergebnis – schon die Zukunft einläute, das ist ein Entwicklungsprozess, das geht irgendwann in Fleisch und Blut über. Ich akzeptiere keine Niederlage. Ich versuche ihnen zu vermitteln: Fußball und Titel sind Tagesgeschäft. Und umso besser ich tagtäglich arbeite, umso besser wird mein Endergebnis sein.

„Das Sieger-Gen, diese Mentalität, die darf bei aller Technik, bei aller Taktik, nie verloren gehen.“

GOKIXX: Das hat auch viel mit Eigenverantwortung zu tun.

Matthias Sammer: Natürlich, vieles ist eine Frage der intrinsischen Motivation. Ist der Spieler per se leistungsbereit, will er sich maximal verbessern? Am Ende mündet diese Frage ja in das Modell GOKIXX. Es ist ein Angebot für überaus leistungsbereite Talente, die einen zusätzlichen Nutzen schöpfen wollen. Das war mir ja auch immer wichtig. Das ist keine Parallel- oder gar Konkurrenzveranstaltung zu Klubs oder Verbänden, sondern eine sinnvolle Ergänzung – in maximaler Transparenz und Offenheit. Ich spüre diesen besonderen Geist, fühle und erkenne, dass GOKIXX gebraucht wird als Qualitätsbaustein, gerade auch im Rahmen zwischen Klubs und den Beratern. Diesen Baustein würde ich mit meiner Arbeit sehr gerne festigen.

Mehr Hintergrund:

Interview mit Matthias Sammer in der Welt am Sonntag

Detailbeschreibung der Academy-Coachings

GOKIXX im kicker-Sportmagazin

GOKIXX-Beispiel: Bennet Schmidt im Coaching der GOKIXX-Academy